Sehenswürdigkeiten in Fünfseen
Grüssow und Neu-Grüssow
Gutshaus Grüssow
Das Gut befand sich im 13. und 14. Jahrhundert in der Hand der Familien von Grüssow, Rusboge und Raven. Es folgte die Familie von Flotow, die es, bis auf eine kurze Zeit, bis Anfang des 20. Jahrhunderts behielten. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde ein Herrenhaus errichtet. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut aufgesiedelt. Nach 1945 diente das Herrenhaus der Unterbringung von Flüchtlingen und wird heute noch zu Wohnzwecken genutzt.
Kirche Grüssow
Die Kirche wird am 06. März 1255 durch Bischof Rudolf von Schwerin geweiht und der Heiligen Katharina zugesprochen. Sie ist eine der ältesten Kirchen im Müritzkreis. Von einer Feldsteinmauer umgeben, fällt der älteste Teil, das Kirchenschiff mit seinen spätromanischen Anfängen auf: ein gut gefügter Feldsteinbau mit quadriertem Kalkputz. An Ost- und Nordwand befinden sich je drei große romanische Fensterschlitze. An der Nordseite ist ferner ein spätromanisches oder frühgotisches Portal sichtbar. Das zweiteilige Fenster der Südseite entsteht nach der Zerstörung der hier angelehnten Grabkapelle. Erst im 14. Jahrhundert wird der rechteckige Westturm aus Feldsteinen mit Backsteindetails angebaut. Wahrscheinlich ließ das Kloster Malchow bei der Übernahme diese Veränderung vornehmen. Die Kirche hat 1664 noch ein strohgedecktes Dach. 1856 wird sie von Georg Wilhelm Albert Kollmann, Domänenrat aus Grüssow 2 und Präpositus Adolf Kueser erneuert. Diese Erneuerung bringt auch einen neuen Altar, die Kanzel und ein neues Gestühl. Das Dach wird von 1988 bis 1992 neu eingedeckt und der Innenraum neu ausgemalt.
Besonderheiten dieser Kirche sind die Mondsichelmadonna (15. Jhd.), die Deckeltaufe (1685) und zwei barocke Altarbilder (1841) (restauriert)

Rogeez
Vernässungsgebiet im Stuerschen und Rogeezer Becken
Auf der Westseite des Ortes befindet sich der Sumpf (Rogeezer Bruch), der durch die Verlandung eines Flachsees entstanden ist. In einem kleinen Teil des Gebiets wurde in DDR-Zeiten Torf abgebaut. Hiervon zeugen heute die gefluteten Abbaustätten. Im Frühjahr 1999 wurde mit der Wiedervernässung des Gebiets begonnen. Hierfür wird der Wasserabfluss in den Plauer See kontrolliert. Es kam zu einem Wasseranstieg im Stuerschen und Rogeezer Flachseebeckens. Heute ist es ein Paradies und Zuhause für viele Vögel- und Wassertiere und ein Anziehungspunkt für Naturliebhaber.
Gutshaus Rogeez
Rogeez befand sich bis 1834 mit Georg Friedrich Diederich Philipp von Flotow im Besitz des uradeligen mecklenburgischen Geschlechtes von Flotow. Bis 1816 ließen sie das Gutshaus in seiner heutigen Form errichten. 1834 übernahm Emil Georg von Bülow, ebenfalls ein Vertreter des mecklenburgischen Uradels, das Gut. In den 1930er Jahren wurde das Gut teilweise aufgesiedelt und es entstanden 29 Neubauernstellen; ein Restgut verblieb bis 1945 im Bülowschen Besitz.
Auf dem Bild ist die Silberhochzeit von Otto von Bülow und Auguste von Bülow festgehalten. Im Hintergrund die 5 Kinder und Verwandtschaft.
Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges zogen zahlreiche Flüchtlinge in das Gutshaus ein, auch Frau von Bülow bewohnte bis 1948 weiterhin das Haus.
Während der DDR-Zeit befand sich bis 1983 eine Schule im Gutshaus, danach stand es viele Jahre leer.
Heute befindet sich das Gutshaus, das bis 2006 saniert wurde, in privater Hand und ist bewohnt. Von der Gutsanlage blieb eine markante Stallanlage erhalten, eine andere wurde in den 1990er Jahren abgerissen.
Trauerhalle Rogeez
Der kommunale Friedhof wurde 1946 angelegt und die Trauerhalle kurz darauf erbaut. 2018 sah Bürgermeister Egbert Wenghöfer einen TV-Bericht über den Künstler Otto Sander Tischbein* aus Neuenhagen bei Altentreptow. Dieser hatte eine Trauerhalle in seinem Dorf künstlerisch gestaltet. Dies war schon die zweite ihrer Art und der Künstler wollte nur noch eine Trauerhalle in dieser Art gestalten. Der begeisterte Bürgermeister wusste sofort, dass dies für die Rogeezer Trauerhalle das richtige ist. Er setzte sich mit dem Künstler in Verbindung und erhielt den „Zuschlag“ in 2018.
Das Thema für die Trauerhalle ist der „Weg des Lebens“. Herr Tischbein sieht den Menschen nur als Gast auf dieser Erde. „Von der Geburt bis zum Tod sind wir immer unterwegs“ und diesen Weg hat Herr Tischbein an den Wänden festgehalten. Zu sehen sind Männer, Frauen, Kinder. Ihr Weg beginnt gleich neben der Tür und zieht sich über drei Wände, bis sie wieder an der Eingangstür angekommen sind. Unterwegs treffen sie auf fünf Orte, auf Wasser, Wälder, auf die Brücke, auf blauen Himmel und eine strahlend helle Sonne und am Ende auf das mit Sternen erfüllte Universum. Vor allem die Brücke als Symbol ist dem Künstler OST wichtig: Zwischen den Menschen müssen Brücken geschlagen werden. Die dargestellten Figuren sind keine Portraits, sondern Figuren, mit denen sich jeder identifizieren kann. Seine Landschaften sind nicht die Bäume, Seen und Wege rund um die Gemeinde Fünfseen, sondern imaginäre Gegenden, doch erkennen die Rogeezer ihre Heimat wieder. Ein Gewinn für die Gemeinde.
Unsere alte Eiche steht stellvertretend für viele alte Bäume in unserer Gemeinde, die sicherlich auf Grund ihres Alters viel von den wechselhaften Zeiten in dieser Gemeinde berichten könnten. Doch bleibt „mein Freund, der Baum, stumm“! Es handelt sich hier um eine Stieleiche mit einem beachtlichen Umfang von 8 m und das Alter wird auf 400 bis 500 Jahre geschätzt.*
Findling aus der Eiszeit in Rogeez
Ich heiße Karli und bin das Rogeezer Urgestein. Das heißt, eigentlich stamme ich aus Schweden, genauer gesagt Südschweden, aus der Nähe von Karlshamn. Dort bin ich vor etwa 1,45 Milliarden Jahren als heißes Magma im Grundgebirge aufgestiegen und zu einem Granit erstarrt. An meinem heutigen Platz sieht man mich erst seit wenigen Jahren: Am 4. Juni 1998 wurde ich bei Erdarbeiten unter einer alten Rogeezer Birke gefunden, aus der Erde gehoben und hier aufgestellt. Das war auch für einen Spezialkran Schwerstarbeit, denn ich wiege 14 Tonnen. Damit bin ich einer der größten Findlinge des Müritzgebiets.
Wie ein solcher Brocken von Südschweden nach Rogeez kommt, willst Du wissen? Das will ich Dir erklären: Vor 2,6 Millionen Jahren begann das Eiszeitalter. Die Welt erlebte enorme Klimaschwankungen, längere Kaltzeiten wechselten mit kürzeren Warmzeiten. In den Kaltzeiten wuchsen in Skandinavien enorme Eisschilde, die sich mehrmals über Norddeutschland ausdehnten und dabei Bruchstücke des skandinavischen Grundgebirges nach Süden transportierten – so wie mich. Nach den Flüssen, die heute die weiteste Ausdehnung der Eisschilde („Inlandeis“) markieren, werden sie als Elster-, Saale- und Weichsel-Kaltzeit bezeichnet. Jede ist von mehreren Eisvorstößen gekennzeichnet. In den Warmzeiten schmolz das Eis wieder bis in den hohen Norden ab.
Das Müritzgebiet ist vor allem von den Eisvorstößen der Weichsel-Kaltzeit geprägt worden. Vor etwa 20.000 Jahren bedeckte das Inlandeis unsere Region zum letzten Mal. Seine Randlage, eine kleine Endmoräne, verläuft nur wenige Kilometer südlich über Darze nach Bad Stuer. Nach Süden schließen kleine Sanderflächen an. Rogeez liegt im Bereich der Grundmoräne, über die sich das Eis hinweg geschoben hatte. Bei seinem Abschmelzen blieb ein Gemisch von feinzermahlenem Gestein mit größeren Gesteinsbruchstücken zurück, das heute fruchtbare Ackerböden liefert. Bei Rogeez sind die Böden leichter, hier bedecken Sande die Grundmoräne. Sie gehen von einem breiten Schmelzwasserabfluss aus, in dem heute Kogeler, Rogeezer und Stuerscher See liegen. Du siehst: Eis und Schmelzwasser haben unsere Landschaft geformt und mich über 350 Kilometer hierher gebracht. Wir alle sind Kinder der Eiszeit!
Satow
Kirche Satow
Die Satower Kirche befindet sich in der Dorfmitte auf der linken Seite. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, festgemacht an der Feststellung, das erstmals auf einer Urkunde 1284 ein Pastor aus Satow erwähnt wurde.
Die zwei Kirchen Satow und Grüssow stammen noch aus einer katholischen Zeit. In Satow erinnert daran noch das neben der Turmtür in die Mauer eingelassene Weihwasserbecken. Die von Flotows haben von allen mecklenburgischen Edelleuten zuerst einen lutherisch Gläubigen ins Land geholt.
Es muss um das Jahr 1523 gewesen sein, das der erste evangelisch-lutherische Prediger in unserer Pfarre sein Amt ausgeübt hat. Durch den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 sind auch die Kirchen teilweise zerstört worden, 1667 steht im Kirchenbuch:“ das von der Kirche zu Satow nicht mehr vorhanden war als das unterste Mauerwerk“. Aber auch die Ländereien der von Flotow haben in diesem langen Krieg stark gelitten.
Die Äcker waren überwuchert von Buschwerk und der sandige Boden tat ein übriges für die geringen Ernteerträge. Die Einwohnerzahl der Satower Gemeinde war so verschwindend klein, dass an die Anstellung eines eigenen Pastors vor 1700 nicht mehr gedacht wurde. Dazu beigetragen hatten auch die finanziellen Folgen des Krieges bei der Familie v. Flotow und den Dorfbewohnern. Daraus resultierend konnte erst um 1705 nach einer langen Aufbauphase die auf alten Grundmauern wieder erbaute Kirche geweiht werden. Die Glocken sind umgegossen auf Kosten des Herrn Major von Bülow auf Rogeez, der auch die Altarbibel stiftete (diese Glocken gibt es heute nicht mehr). 1853 stiftete der Patron C.F.A. von Flotow und seine Frau Caroline Freiin von Medem anlässlich der Weihung nach dem Um- und Ausbau der Kirche neue Abendmahlsgeräte (Kelch) mit dem Flotowschen und Medemschen Wappen.
Auch stiftete der Patron im gleichen Jahr eine neue Orgel, die von Friedrich Hermann Lütkemüller von 1853 – 1855 erbaut wurde. Diese wurde 1996 - 98 generalüberholt und 2008 noch einmal durch den „Mecklenburger Orgelbau“.
Die Kirche ist aus einem einfachen Feldsteingefüge, das von Backsteinsäulen und – ecken umschlossen ist. Sie bildet ein Rechteck mit dem Chor, der das ältere und auch am besten erhaltene Teil der Kirche ist. Sein jetziges Aussehen erhielt der Innenraum 1956. Damals entfernte man das neugotische Gestühl und den Kanzelaltar.
Der gesamte Dachstuhl wurde in den Jahren 2000/03 mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Ev. Luth. Landeskirche Mecklenburgs, des Kirchenkreises Güstrow und vieler Gemeindemitglieder erneuert.
Das alte wunderschöne Pfarrhaus Satow wurde 1775 als Fachwerkhaus erbaut. Es lebten und leben hier viele Pastorenfamilien und Mitarbeiter der Kirchengemeinde.
Adamshoffnung
Lenzer Hafen
„Der Hafen ist ein Traum für jeden Wasserwanderer und Naturliebhaber. Er liegt an der Müritz-Elde-Wasserstraße - km 126,4, direkt an der Einfahrt zum Petersdorfer See.
Hier kann man nach einer Überquerung des Plauer See's eine Rast einlegen.
Der Hafenmeister hilft Ihnen gerne beim Anlegen, egal ob zum Übernachten, Tanken, Entsorgen oder für einen Besuch in der Hafengaststätte.“
Aussichtspunkt am Steilufer – Lenz- Süd 9
Wunderschön idyllischer Blick auf den Plauer See, der zum Verweilen und Träumen einlädt.
Petersdorf
Kriegerdenkmal 1914/1918, Im Skulpturenpark - Lenzer Str.
Denkmal für die im 1. Weltkrieg Gefallenen aus der damaligen Gemeinde Petersdorf, die Petersdorf, Adamshoffnung, Lenz und Biestorf umfasste.
Sehr Gerne können Sie sich eine von Herrn Dr. Hartmut Prandke ausgearbeitet Dokumentation als PDF im Rechten Feld ansehen.
Skulpturenpark - Lenzer Str.
Skulpturen aus Stahl und Stein, zum Schmunzeln und zum Nachdenken.




Marcus Sümnick,
Bildquelle:
Marcus Sümnick 


