Kogel
Herzlich willkommen in Kogel
Der Ortsteil Kogel mit seinen rund 300 Einwohnern und einer Fläche von 960 ha liegt inmitten der Mecklenburger Seenplatte zwischen dem Plauer See und der Müritz. Der letzten Eiszeit verdanken wir die Entstehung unseres Sees. Mit einer Größe von 37 ha lädt er zum Baden oder Angeln ein. Im Sommer wird die Badestelle von Einheimischen und Urlaubern gern aufgesucht. Der Rundweg um den See lädt zu Spaziergängen und zum Verweilen ein. Das Gasthaus am See bietet auf der Terrasse einen herrlichen Blick über den See. Das sich anschließende Waldgebiet bietet Gelegenheit zum Wandern, Radfahren und Pilze sammeln. Wunderschöne Wanderwege führen entlang des Kogeler Sees und durch den Wald nach Satow Hütte, Grüssow, Bruchmühle oder bis Zislow. Hier findet man schützende Baumriesen. Der Kogeler See und der umgebende Wald sind Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes Feldmark Massow, Wendisch Priborn und Satow. In Richtung Woldzegarten liegt mit 122 m die höchste Erhebung im Amtsbereich Malchow: die „Kogeler Karpaten“.

Erstmals wurde Kogel 1255 urkundlich erwähnt, als der Bischof von Schwerin der Kirche zu Grüssow u.a. die Einkünfte aus der Hufe „tho Cowell“ verlieh. Der Ursprung des Dorfnamens Kogel liegt im slawischen Wort Cowal = Schmied - die Schmiede.
Die Geschichte von Kogel ist eng mit dem Geschlecht der Familie von Flotow verbunden. Sie waren eine der ältesten Adelsfamilien in Mecklenburg. Vermutlich sind sie um 1160 mit Heinrich dem Löwen aus Vlothow in Westfalen nach Mecklenburg gekommen. Mitte des 14. Jahrhunderts waren sie auf dem Höhepunkt ihrer Macht. 1549 gehörte zu Kogel die Petersdorfer Fischerei. 1593 gab es vier Familien von Flotow, drei wohnten auf der Burg Stuer, die vierte in Kogel. 1744 kaufte Adam Ernst von Flotow die vom Bruder seines Vaters veräußerten Güter, die sogenannten Kogeler Güter. Als er 1757 in der Satower Gruft beigesetzt wurde, gehörten zu seinem Besitz Kaeselin, Darze, Rogeez, Kogel, Satow, Zislow, Petersdorf, Adamshoffnung, Grüssow, Walow, Woldzegarten, Priborn, Melz und Viechen. Durch die große Familie mit vielen Söhnen wurden die Güter immer wieder neu aufgeteilt und verloren damit ihre wirtschaftliche Kraft. Die einstige Macht schwand. Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Friedrich v. Flotow aus einem einfachen Landhaus ein Gutshaus erbauen, welches man zu Recht als Schloss bezeichnen konnte.
Errichtet wurde es im Tudorstil direkt am Hang des Kogeler Sees mit Blick in die weite Landschaft. Im 19. Jahrhundert gehörten zum Gut Kogel eine Glashütte, ein Teerofen, eine Holzsägerei und ein Forsthaus. Alles befand sich, wie auch die Kirche und die Schule, in Satow. Der Kogeler Gutsherr war auch der Patron der Kirche und zuständig für die Einstellung der Lehrer. Die Güter Zislow und Grüssow mussten in den für die Landwirtschaft so schwierigen Zeiten zwischen den beiden Weltkriegen verkauft werden. Nach dem 2. Weltkrieg floh die Familie v. Flotow in den Westen Deutschlands. Das Gut wurde im Zuge der Bodenreform aufgeteilt. Ab 1947 wurden im Schloss Flüchtlingsfamilien untergebracht. Das Schloss durchlebte noch weitere wechselvolle Geschichten, bis es 1972-74 bis auf die Grundmauern abgerissen und zum Mehrzweckgebäude umgebaut wurde. In diesem befand sich bis zum Jahr 1989 die Gemeindeverwaltung, ein Lehrlingswohnheim der LPG, die Gaststätte, ein großer Saal für Feierlichkeiten, eine Arztpraxis und eine Bbiliothek. Nach Abriss in den 90er Jahren verschwanden das Schloss sowie die dazugehörigen Gutsanlagen. Der ehemalige Pferdestall steht heute unter Denkmalschutz und ist der einzige Zeitzeuge des Wirkens der Adelsfamilie.
Das Dorfbild prägen heute die Plattenbauten aus den 1970er Jahren, die in jener Zeit auch zu einer Verdoppelung der Einwohnerzahl führte. Ein Konsum (am Anfang auch im Schloss ansässig) entstand, den es bis heute gibt. Eine Kita und eine Schule wurden gebaut. Die Badestelle am See erhielt einen Badesteg, der noch heute Jung und Alt eine Freude bereitet. Für die Kultur wurde eine über die Grenzen von Kogel hinweg erfolgreiche Kabarettgruppe gegründet. Dazu kamen der Sportverein "Traktor Kogel" und die FFW. Die LPG Kogel wurde zum Beispielgebiet für großflächige komplexe Melioration erklärt. Für Satow/Kogel wurde das damals größte zusammenhängende Beregnungsgebiet Mitteleuropas konzipiert. Es begann der Aufbau der Feldgemüseproduktion. Diese wurde aber nach1990 eingestellt. Eine weitere Besonderheit war der Anbau von Rosen in den Gewächshäusern der Gärtnerei am Eulenberg.
Viele Einrichtungen wurden infolge der politischen Wende 1990 geschlossen. Die Einwohnerzahl reduzierte sich von über 400 auf rund 300. Es entstand die Agrarunion Kogel als Folgebetrieb der ehemaligen LPG.
Das Herzstück von Kogel ist heute noch der Konsum, der im Jahr 1972 gebaut und bis 1976 von Dagmar Tretow geführt wurde. im September 1976 übernahm dann Dieter Reincke den Konsum.
Der Konsum ist umgeben vom Kindergarten, den Neubauten mit Turnhalle, dem alten Pferdestall und dem Gasthaus am See. Unternehmen für Haushaltstechnik und ein Malerbetrieb u.a. runden das Bild der Firmen in Kogel ab. Schmucke Häuschen sind im Laufe der Jahre in Kogel dazu gekommen und geben mit der Allee der Linden und den gepflegten Gärten der Einwohner ein sehr ansprechendes Bild ab.
305
Einwohner (Stand 31.12.2023)
959 ha
Fläche

